Majesäten - Herrscher der Lüfte

Zeus, der höchste aller griechischen Götter, erwählte den Adler zu seinem Symboltier. Seitdem wurde der Adler vielerorts als Symbol der Macht eingesetzt. Der Vogel, dessen Kraft und Überlegenheit anscheinend viele Völker beeindruckte ist für jeden Naturliebhaber ein Erlebnis der ganz besonderen Art, eine Begegnung mit ihm macht einen unsagbar dankbar und demütig.

Der Namenszusatz „-adler“ findet im deutschen Sprachgebrauch auch bei drei größeren und oberflächlich adlerartigen Greifvogelarten Verwendung, die nicht näher mit den „echten“ Adlern der Gattung Aquila, deren prominentester Vertreter der Steinadler ist, verwandt sind.

Dies ist der Fall beim Fischadler, der als einzige Art weltweit die Familie Pandionidae vertritt, beim Seeadler, der verwandtschaftlich eher den Milanen nahesteht, sowie beim Schlangenadler, der auf dieser Website nicht behandelt wird.

Unter den Adlern findet man die größten Greifvögel Mitteleuropas, allen voran den Seeadler mit bis zu 2,50 m Flügelspannweite und einem Gewicht von z.T. knapp 7 kg. Der Steinadler steht ihm allerdings an Größe kaum nach und erreicht immerhin 2,20 – 2,30 m Spannweite.

Hier sind alle Adler, die wir auf unseren Touren und Reisen erlebt haben:

  • Fischadler

    Wie sein Name bereits andeutet, ernährt sich der Fischadler fast ausschließlich von Fisch. Das Durchschnittsgewicht seiner Beute liegt bei 200g, der schwerste erbeutete Fisch wog 1500g. Nur in Notfällen (z.B. späte Vereisung nach Ankunft im Brutrevier, Nebel, starker Wellengang oder Dauerregen) schlägt er auch andere Kleintiere. Gejagt wird entweder aus dem Suchflug mit häufigen Rüttelphasen oder von einer Ansitzwarte aus. Ist ein Fisch erspäht, folgt ein Sturzflug mit im letzten Moment vorgestreckten Fängen.

     

  • Seeadler

    Innerhalb Europas besiedelt der Seeadler vor allem den Norden und Nordosten mit allein ca. 40% aller Brutpaare in den küstennahen Bereichen Norwegens. In Deutschland findet man die Art als Brutvogel ebenfalls fast ausschließlich im Nordosten. Das liegt einerseits an der Verfügbarkeit und Größe geeigneter Lebensräume, andererseits daran, dass sich z.B. die Populationen Polens und des Baltikums nach Westen ausbreiten. Der deutsche Brutbestand wächst stetig und inzwischen haben sich  Paare an der deutschen Nordseeküste angesiedelt.

     

  • Steinadler

    Der Steinadler verbindet Eleganz und sogar Anmut in der Luft. Selbst ein stehender Steinadler sieht noch majestätisch aus, die dicken befiederten Beine fallen auch im Stand auf. Oft sieht man ihn von weitem über einem hohen Gipfel, quasi als Punkt, doch das langsame Kreisen in weiten Bögen reicht aus, um ihn zu erkennen. Der Ruderflug ist gleichmäßig, er gleitet häufig und kreist mit angehobenen Flügeln. Dazwischen können immer mal wieder auffallende Schauflüge mit steilen Abstürzen beobachtet werden.

Kraichgau-Natur-Photo

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Unsere Adlerbeobachtungen und Erlebnisse durften wir im Anklamer Stadtbruch, an der Nord- und Ostsee (Seeadler), in der  Lausitz (Fischadler) und im Oetztal in der Nähe von Vent (Steinadler)

erleben. 

copyright ira brockmann & alexander schlauch 2019